Sonntag, 16. März 2014

Schwarzwaldidylle und spießige Omaklamotten

Dass ich alle meine Unterlagen für die Pension daheim vergessen hatte, habe ich ja schon geschrieben. Der Vermieter war nicht wirklich begeistert davon, dass ich dadurch eine dreiviertel Stunde später kam, als angekündigt.

Als ich schließlich dort ankam, merkte ich sofort, dass der Vermieter der Schwabe vor dem Herrn ist. Als er sah, dass ich alleine gekommen bin, sagte er mir, dass ich mir doch keine ganze Ferienwohnung hätte holen müssen, die ist doch viel zu groß für eine Person. Wenn aber ein einzelnes Zimmer teurer ist, als eine ganze Ferienwohnung, dann sehe ich es nicht ein, ein einzelnes Zimmer zu buchen. Gespart wurde wirklich überall, wo es nur ging. Lediglich das Wohnzimmer war geheizt. Bad, Küche und die beiden Schlafzimmer waren eiskalt. Auch hat er mir strickt verboten, mehr als nur ein Bett zu verwenden, wenn ich schon alleine anreisen würde. Ich wäre noch nicht mal auf die Idee gekommen, in mehr als einem Bett zu schlafen, aber so hatte ich jetzt den Geheimtipp, den ich auch befolgen würde.

Auch wenn ich die "Begrüßung" durch den Pensionsvermieter etwas ungewöhnlich fand, habe ich mich für die vier Tage in der Wohnung wohl gefühlt. Lediglich das Internet hat gefehlt. Der schlechte Handy-Empfang machte es zudem auch fast unmöglich irgendwie mit der Außenwelt Kontakt aufzunehmen. Doch viel geholfen hätte mir ein WLAN auch nicht. Durch das ganze Durcheinander am ersten Abend hatte ich nicht nur meine Buchungsunterlagen vergessen, sondern auch mein Passwort um den PC zu starten. Es hatte fast zwei Tage gedauert, bis es mir wieder einfiel und ich endlich wieder meinen Laptop nutzen konnte.

Die Ferienwohnung war im Erdgeschoss

Wo wir gerade bei vergessen sind. Ich sollte wirklich nie wieder Freitags kurz vor der Arbeit anfangen zu packen. Ich hatte nämlich kein einzige T-Shirt eingepackt. Ich bin also Samstags direkt nach Freudenstadt rein gefahren und wollte ein paar Shirts kaufen. Das war aber schwerer als man denkt. Denn in einem Schwarzwälder-Kurort findet man nur spießige Läden mit Omaklamotten. Selbst als ich bei der Touristen-Info nachgefragt habe, wo ich Kleidung für junge Männer kaufen kann, guckte mich die Dame am Schalter entsetzt an. Klamotten für Männer seien hier schon schwer zu bekommen, aber für junge Männer um die 30 Jahre wird es richtig schwer. Nach über eine Stunde Sucherei bin ich dann auf einen Laden gestoßen, wo ich drei Shirts gekauft habe.

Es war auch gut, dass ich mit dem Auto unterwegs war, denn in Freudenstadt - Dietersweiler ist einfach nichts, was man machen kann. Und mit dem Bus fahren ist auch sehr schwer, weil man nicht sicher sein konnte, ob er kommt. Bei jeder Verbindung stand mindestens eine Ausnahmeregelung dabei. Ich kam mit diesem Plan einfach nicht klar. Bestimmt gab es auch eine Verbindung, die nur am Samstag, aber nicht in den Ferien, dafür aber vom 23.2. bis 24.7. gefahren ist, aber nur, wenn es ein gerade Monat ist.

Trotz dieser kleinen, lustigen Kuriositäten kann ich rückblickend sagen, dass ich es mit diesem Urlaub sehr gut getroffen habe. Diesmal sollte es einfach mal ruhig und entspannt sein und genau so war es auch. Zudem haben sich ganz oft meine Schwarzwald-Klischees erfüllt. Lediglich eine Schwarzwälder Kirschtorte habe ich nirgendwo bekommen. So wie auf diesen vier Fotos habe ich mir immer diese Ecke von Deutschland vorgestellt.

Schwarzwald-Haus
Alemannische Fastnacht

Tiefe Täler und Tannenwälder
Fachwerkhäuser

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