Samstag, 18. Januar 2014

Kunst aus dem Automaten

Als ich mich Mittwoch entschlossen hatte, nach Magdeburg zu fahren, ging mein erster Blick ins Netz. Ich wollte gucken, was das Nachtleben der Stadt zu bieten hat. Im lokalen Event-Guide Urbanite hatte ich mir ein paar Partys und Veranstaltungen rausgesucht, die mir gefallen würden. Da ich wusste, dass ich Freitags erst nach 22 Uhr in Magdeburg ankommen würde und auch erst noch im Hostel einchecken muss, hatte ich für diesen Abend aber kein Programm geplant. Den angebrochenen Abend wollte ich trotzdem nicht alleine im Zimmer verbringen. Mit Tablet bewaffnet breche ich also auf, um in einer entspannten Bar oder Lounge noch einen Blogpost zu schreiben.

Nur wenige Häuser weiter war ich ins Porten, im Magdeburger Stadttheater, eingekehrt. Es waren nicht mehr viele Gäste da gewesen. Deswegen bat mich der Kellner an der Theke Platz zu nehmen, damit er das Restaurant für den morgigen Tag vorbereiten kann. Für das Tippen auf dem Tablet erntete ich von ihm ungläubige Blicke, drauf angesprochen hat er mich aber nicht.
Nur wenig später kam auch noch ein Ehepaar im besten Alter in die Bar. Auch sie setzten sich an die Theke und tranken noch ein Bier. Ich bestellte auch noch ein zweites Bier. Offensichtlich erfreut über die Gäste an der Theke, fing der Kellner an, von seiner Zeit als Smutje zu berichten. Seine Schiffsreisen haben ihn in den 70er und 80er Jahren bis nach Afrika geführt. Mein Plan, etwas zu schreiben hatte ich an dem Abend damit komplett über den Haufen geworfen. Wir saßen bis 1 Uhr in der Vierer-Runde zusammen.

Samstagabend war ich dann aber richtig in der Stadt unterwegs. An Angeboten sollte es nicht mangeln.Von Themenabenden in den Diskos, über Theater, bis hin zu Konzerten sollte auf jeden Fall was zu finden sein. Am meisten interessierte mich das Improvisationstheater in der Feuerwache. Es spielte die Gruppe Tapetenwechsel. Passend zum Jahresanfang stand das Programm unter dem Thema "Gute Vorsätze". Das passt natürlich auch sehr gut zu meinem Vorsatz, den ich mir vor wenigen Tagen gefasst habe, einmal komplett Deutschland zu bereisen.

Die Feuerwache ist ein Kunst- und Kulturhaus. Dies kann man auf jeder Etage sehen und fühlen. Alles ist bunt bemalt. Es wirkt fast schon wie ein besetztes Haus. Die Theke in der Bar zeigt, wie aufwendig das dreistöckige Gebäude verziert ist.

Die Bar der Feuerwache

Die Gruppe Tapetenwechsel war absolut witzig und hat mir richtig gut gefallen Ich fand das "Z-A Spiel" mit am besten. Die beiden Schauspieler sagen jeweils abwechselnd einen Satz, um die Geschichte fortzuführen. Das Publikum gibt hierfür einen Buchstaben vor, mit dem die beiden beginnen sollen. Bei uns war es das F. Das erste Wort im Satz muss somit mit einem F beginnen. Der zweite Schauspieler muss nun den davor liegenden Buchstaben nehmen und damit seinen Satz beginnen. Die Geschichte geht so lange weiter, bis man wieder bei F angekommen ist.
Das mathematische Problem von Samstagabend findet man auch auf dem Youtube-Channel von Tapetenwechsel:


Das kurioseste was ich in der Feuerwache gesehen hatte, war allerdings ein Kunstautomat. Hier zieht man keine Zigaretten sondern Kunst für 3 Euro.
Den Abend habe ich dann in der Feuerwache ausklingen lassen. In der Bar hatte ich ein paar Magdeburger kennengelernt, mit denen ich später gegen 1 Uhr noch in die Disko gegangen bin. Als ich wieder im Hostel war, war es fast schon 5 Uhr. Der Gedanke, dass ich am nächsten Morgen um 9 Uhr in den Zug nach Düsseldorf steigen will, machte mir dann aber doch sorgen.

Kunst aus dem Automaten

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