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Freitag, 7. Juli 2017

Sighișoara ich komme

Nachdem ich gestern auf halber Strecke abbrechen musste, versuche ich ungefähr heute dort anzuknüpfen, wo ich gestern ausgestiegen bin.

Mein Ziel ist eine Waldstrecke, die laut Internet gut mit den Rad fahrbar sein soll.
Im Gegensatz zu gestern lief es diesmal zu Beginn auch richtig gut.
Sehr gut befahrbare Straßen und Wege habe für rund 25 Kilometer richtig Spaß gemacht. Lediglich ein streunender Hund hatte mich ein wenig gebremst. Am Ende hatte er mich auch bemerkt, aber als ich vorsichtig vorbei fuhr, hatte er sich für mich dann doch nicht interessiert.


Der Start lief also relativ entspannt und es rollte. Auf dem Weg waren kleine Orte, schöne Landschaft und viele Schafherden.

Schafherden, ein nicht seltener Anblick.

Sollte es heute richtig gut laufen? Nein! Denn die folgenden 15 Kilometer würden mich gute drei Stunden Zeit brauchen, weil ich fast alles laufen musste. Irgendwann ging es rechts ab in den Wald. Der Ausgewiesene Weg war meiner Meinung nach alles andere als ein Weg. Man musste sich nämlich von Markierung zu Markierung laufen, die etwa alle 50 Meter auf einem Baum aufgezeichnet war. Der Weg dazwischen musste improvisiert werden.
Hätte ich gewusst, dass der Weg gute 15 Kilometer lang ist, hätte ich noch am Anfang gesagt, dass ich eine Alternative Suche. Nachdem der erste, schweren Anstieg nämlich gemeistert war, konnte ich auch nicht mehr wirklich zurück. Zu unwegsam und kräfteraubend war das Stück.
Also musste ich jetzt immer weiter. Egal wie lang es werden würde. Zum Glück gab es immer Mal kleine Passagen, die ich fahren konnte. Das war aber eher die Ausnahme.
Zumindest am Ende des unwegsamen Waldweges wurde ich mit einer ganz tollen Aussicht belohnt.


Zum Glück war ich endlich wieder auf einer ausgewiesenen Straße. Diese Straße würde man hier in Deutschland zwar einen besser ausgebauten Waldweg nennen. Mit dem Mountainbike lässt sich das aber besonders gut fahren.

Das kann in Rumänien eine ausgewiesene Straße für Autos sein

Jetzt ging es auch schnell voran. Immer bergab, direkt ins Tal. Der erste Ort ließ mich abrupt anhalten, als ein Imker beworben wurde, wo man Honig kaufen kann. Ich wurde überrascht, als mich die Familie in perfektem Deutsch angesprochen hat. Es war eine Familie der deutschsprachigen Minderheit in Rumänien.


Zum Abschluss wurde es nochmal anstrengend. In Sighișoara angekommen, wollte ich unbedingt die Nacht in der Pension Bella Vista verbringen. Der Name verrät schon, dass es einen schönen Ausblick geben wird. Aber ein schöner Ausblick muss auch weit oben sein. So war es auch. Die letzten drei Kilometer waren steil und lang. Doch belohnt wurde ich mit einem wunderschönen Blick auf die kleine, mittelalterliche Stadt im Herzen von Rumänien.


Donnerstag, 6. Juli 2017

Es wird einfach nicht besser

Aus der etwas verkorksten Abreise wurde eine nicht ganz so gute Ankunft. Als ich schwer bepackt beim Hotel ankam, wollten die von meiner Reservierung nichts mehr wissen. Angeblich könne man auch nur bar bei ihnen im Haus bezahlen, obwohl das EC-Gerät direkt neben ihr stand als sie das sagte. Rumänische Leu hatte ich aber noch keine.
Nach viel hin und her habe ich das Zimmer bekommen und konnte mich auf den ersten Tag freuen, der in der Theorie bis nach Sighișoara gehen soll.
Um den nicht ganz so runden Start fortzuführen, würde ich Sighișoara auch nicht erreichen.

Es ging schon auf den ersten fünf Kilometern los. Die vermeintlich funktionierende Kette verkantete sich  beim ersten schalten. Es schien aber bei dem einen Mal für den Rest der Strecke zu bleiben. Es hieß jetzt zunächst, aus der Stadt heraus zu fahren.


Industrie-Brachen auf dem Weg aus Sibiu heraus.


Die Straße die ich mir herausgesucht habe, bei Kilometer fünf über eine Autobahn hinweg. Als ich bei der Brücke ankam musste ich aber feststellen, dass die Brücke für Fußgänger und Radfahrer aber gänzlich gesperrt ist und die nächste Möglichkeit, über die Autobahn hinweg zu kommen, war mehrere Kilometer entfernt.
Zunächst hatte ich versucht in unmittelbarer Nähe eine Über- oder Unterführung zu finden, die mich auf die andere Seite der Autobahn bringen würde. Das einzige was ich gefunden habe war ein Dienstweg für Mitarbeiter der Autobahnmeisterei. Da ich nicht wusste, ob sich noch eine weitere Möglichkeit ergeben würde , habe ich diesen Dienstweg kurzer Hand genommen.
Kaum war ich über die Brücke konnte es endlich richtig los gehen.

Ich bin durch viele kleine Orte gekommen. Oft wurde mir zugejubelt und gewunken. Als Radfahren ist man schon eine kleine Sensation.
Im letzten Ort, bevor ich die  ausgewiesenen Straßen verlassen würde, war das Ortsbild ganz anders als zuvor. So gab es beispielsweise keine asphaltierten Straßen. Und die letzten Häuser des Ortes schienen noch nicht mal fließendes Wasser und Strom zu haben.




Es ging jetzt also zum ersten Mal ab von den ausgewiesene Straßen auf Feld und Wanderwege.



Hier konnte ich auch zum ersten Mal sehen, was man von Hunden in Rumänien zu erwarten hat. In innerhalb von eineinhalb Stunden hatte ich, nach verlassen der Straße, bereits drei Vorfälle, wo Hunde mir schon laut kläffend entgegen rannten. In einem Fall war der Hütehund direkt bei mir und nur die Rufe des Schäfers haben ihn besänftigt.
Schon im Vorfeld der Reise habe ich gelesen, dass Hunde auf Radfahrer losgehen und dass man etwas zum verteidigen braucht. Deshalb hatte ich mir meine Fahrradkette um den Lenker gelegt, wenn es gefährlich werden sollte. Benutzt habe ich sie aber nicht.
Als ich jetzt das Rumänische Hinterland kennengelernt habe, wurde mir auch klar, wie langsam man voran kommt, wie anstrengend das Gelände ist und dass ich Sighișoara heute nicht erreichen würde. Daher habe ich mir den nächst größeren Ort Mediaș herausgesucht um dort die Nacht zu verbringen. Der Weg würde ausschließlich über Straßen führen, um Feldwege möglichst zu vermeiden.
Nach eine etwas größeren Pause im kleinen Ort Alțâna, ging es dann weiter.

Und schon nach einigen Minuten Fahrzeit sah ich dunkle Wolken am Horizont aufziehen. Ein Gewitter kommt auf. Es ging auch schon bald los. Ich konnte mich zum Glück in einen Wald retten, wo ich allerdings die nächste dreiviertel Stunde stehen würde bevor ich aus meinem geschützten Plätzchen hervorkommen konnte. Ich war dabei nicht nur nass sondern es wurde auch schlagartig kalt.
Nach dem Gewitter fuhr ich weiter nach Mediaș. Ich musste mich zwar anfangs etwas quälen, weil ich nach einem nicht  so gelungenen Start keine Lust mehr hatte, aber als es mal lief, kam auch der Spaß wieder. Ich verbrachte einen gemütlichen und entspannten Abend in der Stadt.

Marktplatz von Mediaș

Margarethenkirche

Dienstag, 4. Juli 2017

Eine holprige Abreise

Nachdem die Vorbereitung sicher nicht ganz einfach war gab es nach dem Buchen des Bus-Tickets praktisch kein Zurück mehr. Es wird Dienstag, 4. Juli um 14:45 los gehen.
Morgens war ich fast komplett fertig und abfahrbereit.
Meinen Rucksack hatte ich bereits Tage zuvor Probe gepackt, um sicher zu gehen, dass er nicht zu schwer ist und alles hinein passt.

Lediglich das Fahrrad musste noch in seine Tasche und es kann los gehen.
Mein Bus sollte um 14:45 losfahren. Um nicht zuviel Stress aufkommen zu lassen wollte ich das Rad bereits im 9 Uhr fertig machen.

Um empfindlichere Teile, wie das Schaltwerk, besser zu schützen, wollte ich diese besonders absichern. Das ging eher nach hinten los und die Kette wurde dabei leicht beschädigt. Aus der Idee "lass keinen Stress aufkommen" wurde ganz schnell Panik und ich sah es schon kommen, dass ich nicht fahren könnte.
Verzweifelt rief ich bei allen Fahrradläden in der Nähe an, um noch spontan Hilfe zu bekommen.
Wenn auch mit Murren, hat sich einer bereiterklärt und ich machte mich sofort auf den Weg.
Auch wenn ich von dem Mechaniker ziemlich viel Ärger für das schlecht gepflegt Schaltwerk bekam, war er sich sicher, dass ich so fahren könnte. Schnell also wieder heim und alles zu Abreise vorbereiten.

Als ich wieder daheim war, war es inzwischen bereits 12 Uhr und so langsam baute sich Druck auf, ich konnte aber wie geplant die Wohnung um 14 Uhr verlassen.

Das war mein Reisegepäck für neun Tage

Ich habe mich auch gefreut, Veronika am Busbahnhof zu treffen, die gerade von Arbeit kam. So konnten wir zu zweit auf den Bus warten, der auch pünktlich in Düsseldorf ankam.

Als ich mein Ticket und die relativ große Tasche zeigte, wollte der Busfahrer mich nicht an Bord lassen. Seiner Meinung nach sei das Übergröße und dürfe nicht mit.
Wir staunen nicht schlecht, als er mich nicht mit den Rad starten lassen wollte. War der der Stress mit der Fahrradkette nicht schon chaotisch genug? Jetzt will mich der Busfahrer nicht mitnehmen?

Ich habe sofort bei Flixbus angerufen, weil im Vorfeld eigentlich alles geklärt war. Nachdem der Fahrer ein zehn minütiges  Gespräch mit der Zentrale geführt hat, ließ er mich dass Fahrrad glücklicherweise einladen.

Ich bin im Bus. Ob ich mich freuen soll, kann ich aber noch immer nicht sagen, weil der Busfahrer auch keinen so guten Eindruck macht. Er schien sich mehrfach zu verfahren und fuhr auch mal einfach so los, ohne  alle Türen geschlossen zu haben.
Der Umstieg in Wien hat glücklicherweise problemlos geklappt. Die besten Vorzeichen für den Urlaub sind das aber nicht.

Montag, 3. Juli 2017

Reiseberichte und Forenartikel sind Gold wert

Versucht man, detailliertes Kartenmaterial oder spezielle Informationen zur Reise in Rumänien mit dem Rad zu bekommen, hat man es nicht besonders leicht. Abseits der gängigen Reiseführer ist leider nicht viel, was man im Vorfeld verwenden kann.
Reiseberichte von Freunden, Berichte aus Magazinen oder Fahrrad-Foren im Internet wurden daher fast noch wichtiger als die paar Reiseführer auf Amazon.

Aus den diversen Quellen, habe ich mir im Vorfeld bereits eine ungefähre Tour zusammengebaut.
Beginnend in Sibiu, soll es nach Sighișoara, Făgăraș über die ersten Ausläufer der Transsilvanische Alpe zum Schoss Dracula und wieder zurück.

Die Theorie, wie es laufen sollte.


Noch während der Busfahrt, habe ich vor allem zum Ende hin die Strecke verkürzt, da sich abzeichnete, dass die Tagestouren von mir zu lang gewählt wurden.

Sonntag, 2. Juli 2017

Mit dem Rad durch Europa

Weite Reisen mit dem Rad stellten sich als nicht besonders leicht heraus. Bevor ich irgendwie fortfahre, muss ich klären: 
  • Wie bekomme ich den Drahtesel 2000 Kilometer quer durch Europa?

Mit dem Auto wollte ich nicht fahren. Daher war die einzige realistische Variante für mich, die Fahrt mit dem Bus.
Flixbus war die einzige Busgesellschaft, die ich finden konnte, die damit wirbt, das Fahrrad entweder auf einem vorhandenen Fahrradträger oder in eine Fahrrad-Reisetasche als Sondergepäck mitzunehmen. Da es auf meiner Busstrecke anscheinend keine Fahrradhalterung gibt, brauche ich zunächst eine Reisetasche.

Das ist gar nicht so leicht wie es klingt. Denn sie muss zwei Dinge erfüllen:
  1. Mein Rad muss mehr oder weniger geschützt eingepackt sein
  2. Ich muss die Tasche auf meinen Radtouren im Rucksack verstauen können
Keiner der Radläden in Düsseldorf konnte mir dabei weiterhelfen, weil das ein so extremes Nischenprodukt sei, dass das wirklich niemand auf Lager habe. Es konnte mir aber auch keiner der Läden sagen, was ich denn idealerweise verwenden könne.
Erst ein freundlicher Outdoor-Laden, in der Stadt gab mir den entscheidenden Tip, ich solle die Reisetasche von Scott kaufen.

Das habe ich dann auch gemacht. Sollte mein Rad dort komplett unter kommen, würde ich die Bustickets nach Rumänien kaufen.

In die Tasche soll das Rad mal hinein passen?

Das könnte klappen




Samstag, 1. Juli 2017

Wieder unterwegs und am schreiben

Es ist drei Jahre her, als ich meine Deutschlandreise gemacht habe. Es ist viel passiert und ich habe viel bereist.

Ursprünglich war der Blog nur für eine Reise quer durch Deutschland gedacht. Doch mein aktueller Urlaub hat mich dazu bewogen, doch nochmal ein paar Zeilen zu tippen.

Ziel ist diesmal Siebenbürgen in Rumänien. Zusammen mit meinem Rad im Gepäck fahre ich mit dem Bus in den Osten Europas. Geplant ist eine Fahrrad-Rundreise mit Start und Ziel in Sibiu, der europäischen Kulturhauptstadt 2007.

Samstag, 23. August 2014

Ostalgie und Post-DDR

Ich könnte mir nichts besseres vorstellen, als Mecklenburg-Vorpommern auf dem Fahrrad zu erkunden. Für mich ist Radfahren einfach die schönste Form des Reisens. Im Gegensatz zum Auto kann man die Umgebung und die Natur wunderbar auf sich einwirken lassen und auch mal abseits von Straßen sein Reiseziel erkunden. Dies geht zwar auch beim Wandern, aber zu Fuß ist man nicht annähernd so mobil wie auf dem Rad.

Ich im Bilderrahmen vor'm Schweriner See

Für das am dünnsten besiedelte Bundesland Deutschlands ist das Rad damit die ideale Kombination. Man ist nicht an einen Ort gebunden und kann trotzdem sehr viel von der Landschaft und dem Leben mitbekommen. Einen Nachteil hat das Rad am Ende doch. Es fährt sich deutlich besser, wenn das Wetter stimmt. Nach dem verregneten Start in Schwerin hatte ich schon befürchtet, dass ich nicht das letzte mal mit Regen zu kämpfen haben werde. So kam es allerdings nicht. Bis auf ein, zwei kurze Schauer, war ich bis Berlin praktisch trocken geblieben.

Doch ist man mit dem Rad durch Mecklenburg  unterwegs, sieht man abseits der großen Hauptstraßen zerfallene Dörfer, die ihre besten Zeiten schon lange hinter sich gelassen haben. Jahrzehnte der "Verplanwirtschaft" haben die Dörfer und Bauernhöfe teilweise nicht geschafft. Nach der Wende fanden sie auch zu keiner Blüte mehr zurück und verrotten nun als Zeitzeugen der DDR.
Zerfallener Bauernhof

Wenn Ortsstraßen asphaltiert wurden, sind sie meist übersäht mit riesigen Schlaglöchern. Von Bürgersteigen war meist nichts mehr zu erkennen. Häuser die in den letzten zehn Jahren errichtet oder renoviert wurden, werden mit Videokameras überwacht und mit Stacheldrahtzaun verbarrikadiert. Und dazwischen immer wieder deutliche Zeichen von Neonazis und Rechtsradikalismus. Seien es nur dreckige Schmierereien auf dahinrottenden Bauten oder die deutsche Reichsflagge in den ungepflegten Vorgärten ihrer Hausbesitzer.

In diesem Hotel hat lange keiner mehr gewohnt

Hat es mich einerseits fast schon erschreckt, wie trostlos und zerfallen manche Ecken von Mecklenburg-Vorpommern sind, so aufregend war es auch, durch Dörfer zu radeln, die einem fast schon wie Geisterstädte vorkommen. Zusammen mit einer Landschaft, die vor allem um die Seenplatte herum sehr schön ist, waren die 200 Kilometer quer durch Mecklenburg trotz alledem absolut Klasse.

Freitag, 22. August 2014

Paddeln in Canow. Wo?

Von der Radtour war ich total begeistert. Beginnend in Schwerin, ging es entlang dem Plauer See und der Müritz in zwei Tagen bis nach Canow, eine 50-Seelen-Dorf an der Brandenburger Grenze.

Plauer See

Naturschutzgebiet Müritz

Hinter der Müritz begann der für mich der schönte Teil der Tour. Die kleine Mecklenburger Seenplatte startet hier und war für mich absolut beeindruckend. Links und rechts von mir waren hier und da überall kleine Seen, die alle miteinander verbunden waren. Überall sah ich Hausboote Kajak-Fahrer die über die Seen fuhren. Auf dem gut ausgebauten Radweg durch die weite Seenplatten-Landschaft vergingen die Strecke wie im Flug. Meine Fahrt nach Canow hätte noch länger gehen können.

Hausboot auf der Seenplatte

Ich habe einen Extra-Tag in Canow verbracht, um mit dem Kanu über die Seenplatte zu paddeln.

Es begann für mich schon sehr aufregend, als ich meine Fahrt mit einer Schleusenfahrt begann. Somit kam ich aber zu den weiteren Seen, die mir am Ende eine wunderschöne Rundreise ermöglicht haben.
Meine Kanu-Paddeltour ab Canow

Ich warte vor der Schleuse

Draußen, auf dem Wasser

Am Ende des Tages hatte ich noch ein paar Minuten, bis ich das Kanu zurückgeben musste. Ich konnte es mir nicht verkneifen, noch schnell nach Brandenburg rüber zu rudern. So war ich am Ende sogar einen Tag früher in Brandenburg als geplant.

Ich berühre Brandenburger Boden

Mittwoch, 20. August 2014

Bären in Mecklenburg-Vorpommern

Manchmal verwundert es mich doch, wie wenig man von Deutschland eigentlich kennt. Die Müritz, sicherlich einer der größten und bekanntesten Seen Deutschlands war für mich bis zu dieser Reise komplett unbekannt.

Als Bestandteil der Strecke von Schwerin nach Berlin, ging es heute für mich an den großen See. Ziel war für mich Waren an der Müritz.

Am Südlichsten Ende vom Plauener See ging es zunächst nach Osten in Richtung Müritz, wo ich auf den "Bärenwald Müritz" gestoßen bin und spontan halt gemacht habe. Den Besuch wollte ich mir nicht entgehen lassen. Wie ich später erfahre, handelt es sich um das größte Bärenschutzzentrum in Westeuropa.

Bär im Bärenwald Müritz

Die Müritz erreichte ich in Röbel. Dies sollte mein letzter größerer Zwischenstopp vor Waren sein.

Kirche Röbel

Marktplatz Waren


Plauen ich komme

Nach einem Tag in Schwerin geht es nun nach Berlin. Mein erstes Zwischenziel ist Plauen am großen Plauener See.

Auf dem Weg nach Plauen konnte ich die ersten Impressionen sammeln.


In Plauen bin ich auf eine Hubbrücke sehen können. Wird sie angehoben, können Boote hindurch fahren.

Hubbrücke in Plauen

Übernachtet habe ich in einem Hotel im Süden der Stadt. So wie das Haus eingerichtet war, wurde es vermutlich kurz nach der Wende eingerichtet und die letzten 25 Jahre nie mehr angefasst.

Der nächste Morgen ist nicht mehr so trist und grau wie der Vortag und so konnte ich auch noch ein sonniges Foto vom See schießen.

Südspitze des Plauener Sees


Montag, 18. August 2014

Eine Nacht- und Nebelaktion

Meine letzte Fahrradtour liegt erst einen Monat zurück und schon zieht es mich erneut auf den Sattel. Diesmal nehme ich mir aber etwas mehr Zeit, als ein verlängertes Wochenende. Zwei Wochen Urlaub sollten für eine etwas längere Tour perfekt sein.
Diesmal geht es in den Nordosten des Landes. Mein Plan ist es, von Schwerin über die mecklenburgische Seenplatte durch Brandenburg nach Berlin zu fahren. In Berlin treffe ich mich dann mit Veronika um noch ein paar schöne Tage in der Bundeshauptstadt zu verbringen.

Der Start der Reise stand aber unter keinem guten Licht. Ursprünglich wollte ich nämlich mit dem IC um 11:33 von Düsseldorf nach Schwerin fahren, aber sowohl dieser als auch der folgende Zug waren für Fahrräder komplett ausgebucht. Blieb mir nur noch die letzte mögliche Verbindung um 15:33. Leider war diese Verbindung mit Umstieg. Aber eine halbe Stunde Umstiegszeit in Hamburg sollten auf jeden Fall reichen, dachte ich. Natürlich hat es nicht gereicht. Ich habe meinen Anschluss um 4 Minuten verpasst. Doof nur, dass ich dadurch um kurz vor Zehn im Dunkeln in Schwerin ankam. Ich war überhaupt nicht auf Nachtfahrt eingestellt. Um Gewicht und Platz zu sparen habe ich mein Fahrradlicht nämlich daheim gelassen.



In einer Nach- und Nebelaktion bin ich dann die acht Kilometer zu meiner ersten Unterkunft gefahren. Gesegnet sei der Erfinder der Taschenlampen-App. Denn ohne meine Smartphone-LED hätte ich den Weg durch den schweriner Stadtwald nie finden können. Bei der Pension "Zum Fässchen" war ich erst um 23 Uhr angekommen. Die versprochenen 20:30 Uhr habe ich somit, dank der Deutschen Bahn, nur ganz knapp verfehlt.

Als ich in Schwerin ankam, wollte ich aber mehr von der Stadt sehen als nur ein paar erleuchtete Straßen im Regen. Ich habe mich also ganz spontan entschieden, zwei Nächte in Schwerin zu bleiben und mir die kleinste Landeshauptstadt Deutschlands etwas genauer anzusehen. 

Es hat sich gelohnt, denn Schwerin ist echt eine sehr schöne Stadt. Mein Eindruck ist, dass es hier sehr lebenswert zu sein scheint. 

Schweriner Schloss

Der große Schweriner See

Donnerstag, 17. Juli 2014

Durchs Saarland auf zwei Rädern

Es ist Mitte Juli und die erste Hälfte meiner Deutschlandreise ist fast geschafft. Auch wenn mein Ausflug nach Hessen mehr als schief gelaufen ist und ich diese Station nochmal nachholen werde, so liege ich doch sehr gut in der Zeit. Denn mit dem Saarland bereise ich nach sechs Monaten mein achtes Bundesland.

Mein Ziel wird die Jazz-Ralley in Luxemburg sein. Dort treffe ich mich mit Fabian, Dan, Myriam und Katja um das Flair der europäischen Hauptstadt genießen zu können. Dieses Jahr fahre ich aber nicht, wie sonst die Jahre, mit dem Zug nach Luxemburg. Diesmal geht es mit dem Fahrrad quer durchs Saarland und über die Grenze der Republik bis nach Luxemburg. Dass ich mich im Urlaub gerne sportlich betätige, könnte man hier und da inzwischen gemerkt haben. Egal ob wandern im Schwarzwald, klettern im Harz oder geocachen in Düsseldorf, Bewegung muss sein.Deshalb liebe ich es auch, mich auf mein Mountainbike zu setzen und mehrtägige Touren zu fahren.


Beim Biken


Als ich vor einigen Jahren auf den Saarland-Radweg aufmerksam wurde, war mir klar, dass ich diesen unbedingt mal machen möchte. Die rund 350 Kilometer lange Strecke ist ein ausgebauter Radwanderweg, der einmal ums komplette Saarland herum führt. Auf leicht befahrenen Landstraßen und buckeligen Feldwegen führt der Weg immer entlang der Landesgrenze. Eigentlich die perfekte Strecke für eine mehrtägige Mountainbiketour.

Für Donnerstag und Freitag habe ich Urlaub bekommen. Das gibt mir zweieinhalb Tage Zeit, durch das kleine Bundesland zu fahren und pünktlich am Samstagabend in Luxemburg zu sein. Den gesamten Saarland-Radweg werde ich in dieser Zeit natürlich nicht schaffen können, aber den Anspruch habe ich auch nicht. Die Strecke von Nonnweiler über Merzig bis hin zur saarländische Mosel in Nenning schien mir der reizvollste Abschnitt zu sein.

Leider liegt Nonnweiler mitten in der Pampa im tiefsten Hunsrück. An eine Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist nicht zu denken. Deswegen fahre ich mit meinem Auto und dem Rad im Kofferraum nach Hermeskeil in Rheinland-Pfalz, wo ich starte. Am Sonntag geht es dann dorthin wieder zurück.

In den letzten Jahren waren Fahrradurlaube meine schönsten Reisen gewesen und irgendwie finde ich es fast schon verwunderlich, dass ich erst nach der Hälfte meiner Deutschland-Tour auf meinen Drahtesel umsteige. Auch wenn es etwas gedauert hat, geht es diesmal mit dem Zweirad zum Ziel.



Fahrradtour 2011 in die Vogesen an die Moselquelle



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